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... und der Walter und der Lutz |
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Zur Geschichte einer ausgelöschten Familie |
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I. Familie Lichtheim |
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Eigentlich kannten
wir sie als "der Walterle und der Lutzele", wie die liebende
Mutter, Margarethe Lichtheim, geb. Monasch ihre Kinder rief. Sie wohnten
nicht unweit von den Carlebachs in der schönen Palmaille in Altona, wo wir
sie des Öfteren trafen; und die Mütter beider Familien waren befreundet. Der
Vater, Georg Simon Lichtheim, war der Direktor der Gas- und Wasserwerke in
Altona und sein Name wurde in der ganzen Umgebung mit großem Respekt erwähnt.
Im Jahre 1933 jedoch, wurde er wegen
"jüdischer Verschmutzung" der
Wasserwerke abgesetzt und starb wenige Jahre später, in der Gegenwart seines
Sohnes Walter. Und so beschrieb es der Standesbeamte: |
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"Der Herr Georg Israel
Lichtheim, Direktor der Gas- und Wasserwerke außer Dienst, mosaisch..., ist
am 5. September 1939 um 4.30 Uhr in seiner Wohnung verstorben... eingetragen
auf mündliche Anzeige des Sohnes Walter Israel Lichtheim... Der Anzeigende
wies sich durch Kennkarte aus. Er erklärte, dass er bei dem Ableben seines
Vaters zugegen war. Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben: Walter Israel Lichtheim. |
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Walter, noch nicht 18jährig, war also der Zeuge der tragischen
Stunde und unterschrieb in seiner schönen, fast malerischen Handschrift
seinen Namen mit dem erzwungenen Zusatz Israel, bestätigt durch die
zwangspflichtige Kennkarte für Juden. |
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